2.4. Das Souvenir als Zeichen der Wertschätzung

Wer den guten Sitten entsprechen oder sich bei Japanern gut stellen möchte der sollte dem Volkssport Nummer  1 widmen: dem Mitbringen von Souvenirs. Das Mitbringsel („Omiyage“) muss dabei nicht sonderlich wertvoll sein, aber Authentizität steht hoch im Kurs. Lokale Spezialitäten, aus dem eigenen Land, hergestellt auf traditionelle Weise – das sind die Schlagworte die den Wert eines kleinen Reise-Geschenkes ausmachen.

Wenn ein typischer Japaner auf Reisen geht (und da zählt auch schon der Ein-Tages-Ausflug in die Nachbar-Präfektur) kommt er um Geschenke die die zu Hause gebliebenen erwarten nicht umher. Was sich in manchen westlichen Regionen als Suche nach der Nadel im Heuhaufen entpuppt ist in Japan jedoch kein Problem. Alle Punkte an denen viele Menschen verkehren (Bahnhöfe, Lokalitäten bei Sehenswürdigkeiten) sind mit Souvenir-Shops bestens ausgestattet. Von kitschigem Krims-Krams über obligatorische T-Shirts bis zu den immer beliebten Keks- und Süßigkeits-Varianten ist für jeden Geldbeutel das Richtige dabei. Praktischerweise perfekt für den Transport bestens eingepackt und garantiert mit Bezug zur Örtlichkeit.

Diese Art von Aufmerksamkeit ist äußerst beliebt und immer erlaubt. Es muss sich nicht um den engsten Familienkreis handeln den man beglückt. Auch Arbeitskollegen, Bekannte, Nachbarn oder einfach nur die Hotelangestellten würdigen diese Form der Wertschätzung sehr. Japanische Süßigkeiten (speziell Omiyage) sind meist innerhalb der großen Packung pro Stück noch einmal eigens Verpackt. Ähnliches im eigenen Herkunftsland zu finden ist vermutlich etwas schwieriger, aber sollte sich etwas bieten ist das ein großer Pluspunkt. Schokolade, Kekse, usw. bringen speziell noch den Vorteil mit, dass das es für das Gegenüber relativ eindeutig  – oder zumindest auf jeden Fall rasch klar – ist was damit zu tun ist, auch ohne gesprochene Sprache. Sie können auch auf inner-Japanischen Reisen lokale Souvenirs Ihren Japanischen Kontakten als Überraschung mitbringen. Freude wird Ihnen gewiss sein. Vielleicht achten Sie aber auf die Anzahl der Stücke in der Packung. Die Zahl 4 sollte vermieden werden. Sie hat mehrere Aussprachen und eine Davon kommt der Aussprache des japanischen Wortes für „Tod“ sehr nahe. Daher wird von Packungen mit vier Einheiten als Inhalt eher Abstand genommen.

Bewährt hat sich wie erwähnt schon Süßes oder anderes Verzehrbares. Auch typische Alkoholika jeglicher Ausprägung sind sehr beliebt. Andere, ergiebige Bereiche wären Handarbeiten, Malereien, Bildbände, Musik. Vielleicht übertreiben Sie es bei der Einfuhr von Souvenirs sogar. Es ergeben sich viele Möglichkeiten wo man sich mit einem kleinen Mitbringsel erkenntlich zeigen kann. Zu viele Kleinigkeiten sind allemal besser als zu wenige. Sollten Sie Menschen beschenken die sie zu einem späteren Zeitpunkt eventuell wieder sehen, so wird sich Ihnen auch eine andere, typisch japanische, Erfahrung offenbaren. Das Geschenk-Ritual ist in Japan ein ständiger Kreislauf. Einmal ins rollen gebracht ist er praktisch nicht mehr Aufzuhalten. Bekommt man ein Geschenk, so sollte man sich in absehbarer Zeit zumindest im gleichen Umfang revanchieren. Wie sehr der Brauch des Geschenk-Austausches die japanische Kultur durchringt zeigen ganz eigene Auswüchse in der Wirtschafts-Landschaft. Es gibt tatsächlich Geschäfte die darauf spezialisiert sind die perfekte Geschenk-Auswahl zu treffen.

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